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31.05.2019
von Jan-Dirk
in IT-Talents

Fernsehen der nahen Zukunft: Ein Fest auch für IT’ler

Wie das künftige Fernsehen IT-Profis sowohl auf der Arbeit wie im Feierabend überzeugen wird.

Fernseher, Fernsehen und die gesamte Technik drumherum befinden sich inmitten des größten Umbruchs ihrer Geschichte. Gut so, denn Fernsehen von morgen wird nicht nur primär von IT’lern gemacht, sondern wird auch diesen schmeicheln.

Lesezeit: ca. 13 Min.

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Wenn bekannte Branchenfachleute etwas verkünden, tut man meistens gut daran, ihnen ein Ohr zu leihen. So war es Microsoft-Übergestalt Bill Gates, der folgendes sagte:

„TV is, of course, a big activity and one that we see software really surprising people with what it can do […] It’s important to note that it completely blows open any of the limitations that channels used to create. We talk about tail video, things like a physics lecture or a high school sports game that never would have made it into that broadcast world now can be sourced in and if it’s something you’re interested in easy for you to navigate and find“

Klingt nach einer Nicht-News, weil es den heutigen Status quo gut zusammenfasst? Stimmt. Allerdings stammt die Aussage Bill Gates aus seiner Keynote auf der International Consumer Electronics Show – im Januar 2006!

Um das mal in Relation zu setzen:

  • Das war ein Jahr, bevor Netflix den DVD-Versand seiner Online-Videothek aufgab und erste zaghafte Schritte im On-Demand-Bereich tätigte.
  • Es war sogar acht Jahre, bevor Amazon anfing, Filme und Serien zu streamen und anderthalb Jahre, bevor Zattoo in Deutschland verfügbar wurde.

Insgesamt sind seit dieser Rede knapp anderthalb Jahrzehnte vergangen, in denen sich Fernsehen gründlicher gewandelt hat als in sämtlichen vorherigen Jahrzehnten seines Bestehens zusammen.

In diesem hochdynamischen Metier, das nicht weniger digital ist als irgendeine andere Sparte der Tech-Branche, stehen uns für die nähere Zukunft noch weitere Veränderungen ins Haus – zur Freude der meisten IT’ler, jedoch nicht so sehr der klassischen Fernsehmacher.

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Das Ende des linearen Fernsehens, so wie wir es kennen

Schauen, was man will, solange man will. Gegen diese On-Demand-Grundzutaten kann lineares TV nur den Kürzeren ziehen, egal wie kämpferisch sich die Fernsehmacher auch geben.



Lineares Fernsehen, das ist klassisches Fernsehen per Definition. Der Sender gibt vor, was wann ausgestrahlt wird, der Zuschauer schaltet ein – oder verpasst es, falls er nicht aufzeichnet.

Diesem Urgestein wird schon seit dem Jahrtausendwechsel in Regelmäßigkeit ein baldiges Ende attestiert (u.a. ebenfalls von Bill Gates) – allerdings hatten sich zum Zeitpunkt solcher Voraussagen meist noch keine echten Alternativen etabliert.

Heute jedoch sieht es so aus:

  1. Es existiert eine etablierte On-Demand-Industrie für jede nur denkbare Sparte des Fernsehens.
  2. Praktisch alle bedeutenden Sender haben eine mehr oder weniger große Reihe von Spartensendern aufgefahren, um Linear-TV mit dem (v.a. durch On-Demand) diversifizierten Zuschauergeschmack zu kombinieren.
  3. Ebenfalls die großen Sender mischen selbst im On-Demand-Bereich mit, haben alternativ Kooperationen für Drittanbieter-IP-TV abgeschlossen oder als Mindestmaßnahme große, servergestützte Mediatheken aufgebaut, die teilweise ein Abrufen von Formaten vor der Linear-Ausstrahlung, zumindest aber danach ermöglichen.

Zusammengefasst: Lineares Fernsehen hat es heute mit einem etablierten, leistungsfähigen und sehr diversifizierten Alternativangebot zu tun, das aus Zuschauersicht praktisch mehr leisten kann, als die klassische Variante.

Wird es „diesmal aber wirklich“ zum Ende des Linear-TV führen? Das wäre vermutlich nach wie vor eine übertriebene Aussage.

Allerdings sprechen die Zahlen durchaus für sich. Zugrunde liegt eine Studie, welche das Statistik-Portal Statista in Zusammenarbeit mit der Agentur nextMedia.Hamburg jüngst durchführte, in der Fernseh-Gewohnheiten und -Ansichten verglichen wurden:

Junge Befragte (18-29) Ältere Befragte (50-65)
67% schauen lineares TV 87% schauen lineares TV
73% schauen On-Demand 35% schauen On-Demand
65% glauben, dass lineares TV in zehn Jahren tot sei 30% glauben, dass lineares TV in zehn Jahren tot sei

Quelle: nextMedia.Hamburg

Was bedeutet das? Primär, dass es auch in zehn Jahren noch lineares Fernsehen geben wird – selbst die heute junge Generation nutzt es ja noch zu einem großen Teil und insgesamt sprechen wir von 80 Prozent aller Deutschen, die es regelmäßig konsumieren.

Dennoch haben heute andere Angebote für einen erheblichen Teil der Zuschauer enorme Bedeutung:
• Videoplattformen 67%
• On-Demand-Anbieter 53%
• Mediatheken 59%
• Social Media 36%

Es steht definitiv zu vermuten, dass diese Zahlen mittelfristig stark ansteigen werden – zulasten einzig und allein des Linear-TVs.

Sicher wird es 2029 auch noch klassisches Fernsehen geben. Jedoch mit einer reduzierteren Marktrelevanz, dadurch geringeren Werbeeinnahmen und somit in einer Abwärtsspirale gefangen, die langfristig nur diejenigen Sender überleben werden, die sich durch Gebühren finanzieren.

Forcierter Breitbandausbau durch Kundenmacht

Für viele Politiker ist Fernsehen kein akzeptabler Grund für Breitbandausbau. Tatsächlich ist es jedoch genau das – und Millionen Deutsche zahlen auch dafür Steuern.



Mit dem Ausbau der Breitbandnetze in Deutschland ist seit Jahren schon eine hochpolitische Diskussion verbunden. Nicht ganz unschuldig daran ist ein bei vielen Entscheidern der Legislative mangelndes Verständnis für die Bedürfnisse eines solchen Ausbaus. Dabei spielt das Fernsehen eine immer wieder lakonisch genutzte Rolle:

„Soll die Politik Milliarden in einen Ausbau investieren, nur damit in jeder Ecke Deutschlands ruckelfrei Serien gestreamt werden können?“

Dieses konkrete Zitat lässt sich keinem bestimmten Politiker zuschreiben, fasst aber sinngemäß zusammen, was von vielen real gesagt, gefragt und vor allem gedacht wurde – etwa jüngst von Bundesforschungsministerin Karliczek in ihrem Milchkannen-Zitat.
Der Grundgedanke: Warum Steuermilliarden für etwas „versenken“, was keine „wirkliche“ Relevanz hat, sondern „nur“ dem Fernsehen zugutekommt?
Ganz so, als ob es sich dabei um eine Nischenanwendung für eine verschwindend geringe, bloß lautstark fordernde Minderheit handele.

Darin zeigt sich nicht nur ein generelles Technik-Mangelverständnis– denn die benötigten Basis-Geschwindigkeiten moderner Dienste betragen derzeit moderate 0,5 (Netflix), 0,9 (Amazon) und 2Mbit/s (maxdome) und können so durchaus mit vorhandenen Netzen (fast) „in jeder Ecke Deutschlands“ gestemmt werden, dazu braucht es keinen teuren Ausbau.

Es zeigt auch noch weiteres, nämlich:

  1. Mangelndes Verständnis für die Dynamik der Weiterentwicklung. Die genannten Daten sind Mindest-Anforderungen. Für HD-Empfang ist mehr notwendig und für die im langsamen Zulauf befindliche 4k-Auflösung sprechen wir von 15Mbit/s und mehr. Dies sind keine Bedürfnisse fernster Fernseh-Zukunft, sondern sie stehen auf der Türschwelle und werden in wenigen Jahren Satellit, Kabel und Antenne als wichtigste Fernsehquellen abhängen.
  2. Eine gewisse Ignoranz gegenüber der Versorgung mit Fernsehen. Es mag vielleicht kein Recht darauf geben, mit mehr als einer Grundversorgung ausgestattet zu werden. Aber diese Versorgung „…ist eindeutig nicht als Minimalversorgung zu verstehen, sondern schließt die gesamten Programmangebote in den Bereichen Bildung, Information und Unterhaltung ein“ so definiert es die ARD selbst. Das inkludiert zwingend ein zeitgenössisches Angebot – welches entsprechende Bandbreiten benötigt.
  3. Unverständnis gegenüber dem Recht der Bevölkerung, ihre Freizeit selbstbestimmt zu gestalten und dazu gehört es nun einmal für die Mehrheit heute und viel mehr noch in Zukunft, zeitgenössische digitale Medieninhalte zu genießen.

Dass viele Politiker mit einer solchen Denkweise auch demonstrieren, dass sie nicht verstanden haben, dass Breitbandausbau mehr Nutznießer hat als bloß Fernsehzuschauer ist dabei nur der Gipfel – und Lippenbekenntnisse wie das für 2025 versprochene „Recht auf schnelles Internet“ verstärken diesen Eindruck nur.

Doch was heißt das für die Zukunft des Fernsehens? Ganz einfach:
• Mit jedem Jahr, das voranschreitet, steigt die Zahl derer, die ihren Fernsehkonsum auf andere Weise sicherstellen möchten; egal wo in Deutschland.
• Mit jedem Jahr steigt deshalb der Druck vonseiten der Bevölkerung. Denn „das Volk“ ist ob seiner Masse nach wie vor der mit Abstand größte Erbringer von Steuerzahlungen, weit vor Industrie und Handel.

Simpel ausgedrückt: All die Serienstreamer, Zattoo- und YouTube Gucker sind es, welche einen Großteil des deutschen Staatshaushalts finanzieren. Sie werden nicht nur ob ihrer Anzahl mehr, sondern immer mehr werden sich dieser Hebelkraft bewusst. Vollkommen gleich, ob es Politiker für notwendig halten oder nicht: Diejenigen, die den größten Teil ihrer Diäten zahlen und sie ins Amt wählen, bestimmen, wo es langgeht.

Das bedeutet wiederum, dass gerade das so lapidar abgetane Fernsehen in den kommenden Jahren zu einem der wichtigsten Hebel für den Breitbandausbau werden wird, just weil es der bedeutendste (und datenintensivste) gemeinsame Nenner aller Gründe hinter dem Ausbau ist – vor autonomer Automobilität, Smart Home, Anforderungen der Industrie und dergleichen.

Wo es heute noch hakt, werden Parteien gezwungen sein, endlich zu handeln, statt zu versprechen, weil Fernsehen dann tatsächlich größtenteils über das Internet läuft und Millionen Wahlberechtigte diesen dann zum Standard gewordenen heutigen Luxus einfordern werden.

Spätestens bei der nächsten Bundestagswahl wird sich dieses Thema kaum so unterdrücken lassen, wie es aktuell im Europawahlkampf der Fall ist.

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Jobs, Jobs, Jobs

Das Fernsehen der Zukunft bedeutet mehr als Serverfarmen, die gepflegt werden wollen. Dahinter steckt eine durch und durch IT-basierende Angelegenheit, die noch viele Jobangebote schreiben wird.



Was sämtliche Sparten des IT-Berufs anbelangt, muss man feststellen, dass wir, rein aufs Fernsehen bezogen, in einer echten Zeit der Goldgräberstimmung leben. Das lässt sich schon an einem Beispiel festmachen: Der Anbieter DAZN – ein reiner Streamingdienst. All seine Konkurrenten sind „Auch-Streamer“ und haben zusätzliche Standbeine in der klassischen TV-Übertragung.

Stand 2019 besteht DAZN gerade einmal seit drei Jahren – trotzdem hat das Unternehmen bereits eine solche Marktmacht, dass es die deutsche Übertragung der Champions League, einem der profitabelsten Fußball-Ereignisse überhaupt, zur Hälfte vom Haupt-Lizenznehmer Sky erringen konnte.

Was das mit IT-Jobs zu tun hat? Ganz einfach: Solche Entwicklungen werden wir in den kommenden Jahren zuhauf erleben:
• Bereits bestehende „Auch-Streamer“ werden ihr digitales Angebot deutlich ausweiten, um nicht den Anschluss zu verlieren.
• Bereits bestehende Streamingdienste werden mit steigender Marktmacht weiterwachsen.
• Es werden neue Anbieter hinzukommen, welche ihre Claims abstecken.

Sie alle werden dafür primär IT-Fachleute benötigen. Nicht nur ob der reinen Technik, die dahintersteckt, sondern vielmehr aus anderen Gründen:
• Weil vor allem bei den bestehenden Sendern die Gefahr besteht, dass altes Personal nicht das nötige Zukunftsdenken aufweist.
• Weil auch Fernsehkunden immer häufiger auf Algorithmen basierende Empfehlungen wünschen.
• Weil es unumgänglich sein wird, neue Werbeformate zu implementieren (siehe nächstes Kapitel)

Was diese Sender deshalb brauchen, ist eine Riege junger, frischer Digital Natives, um das Fernsehen von morgen mitzugestalten. Sie werden sie in denjenigen finden, die sich heute um Stipendien bewerben oder sogar auch nur mit dem Gedanken spielen „irgendwas mit IT“ zu studieren/erlernen.

Preiskampf um den Kunden

Im ersten Kapitel haben wir eine Studie zitiert. Diese fand neben den genannten Daten auch heraus, dass ein Großteil aller Nutzer digitaler Fernsehangebote diese als zu teuer erachten.

Tatsächlich wollen viele im Idealfall weniger als fünf Euro monatlich zahlen – weshalb heute auch die meisten derjenigen, die Streamingdienste abonniert haben, aus Sparsamkeit nur auf einen Anbieter vertrauen.

Was bedeutet das für die mittelfristige Zukunft des Fernsehens?

  1. Je mehr Anbieter auf den Markt drängen, desto größer der Preiskampf bei den Abo-Angeboten, weil eine umfangreiche Diversifikation automatisch preisbestimmende Monopole unterminiert.
  2. Es werden sich mehr Abo-Modelle auftun. Bisherige Praktiken, wie etwa bei Netflix, dessen günstiges Basisangebot, lediglich das Streamen auf einem Gerät (statt gleichzeitig zwei oder vier) erlaubt und durch die Beschränkung auf SD-Bildqualität unattraktiv ist, werden sich kaum halten lassen.
  3. Das heute bis auf Eigenwerbung weitestgehend werbefreie On-Demand-Sehen wird sich ändern. Je mehr dem linearen Fernsehen Zuschauer wegbrechen, desto mehr Werbebudgets werden freigemacht, welche hier verwendet werden können.
  4. Die digitale Natur von On-Demand ermöglicht es, hochpräzise, auf Nutzergewohnheiten basierende Werbung zu schalten.

Als Netflix Mitte 2018 begann, zwischen Serien-Episoden Eigenwerbung zu schalten, war die Empörung noch groß. Nur ein knappes Jahr später ist es akzeptiert und andere Anbieter folgten. Je mehr die Preise sinken, desto mehr wird sich in den Zuschauerköpfen manifestieren, dass die Qualität des Medienangebotes – immerhin eines der wichtigsten Anbieter-Argumente überhaupt – sich nur aufrechterhalten lässt, wenn die nötigen Produktionssummen auf andere Weise bereitgestellt werden.
Konkret durch Werbung. Anders geht es schlicht nicht, wenn die Abo-Kosten sinken und durch das erweiterte Anbieter-Angebot die Zuschauerzahlen der einzelnen Dienste sinken.
Was lässt das für die Zukunft erwarten? Feste Werbeblöcke inmitten der nächsten Blockbuster-Serie? Sicherlich nicht, einen Rückschritt in diese (dunklen) Linear-TV-Zeiten würde kein Streaminganbieter überleben.

Was uns stattdessen erwartet, lässt sich seit Jahren auf YouTube beobachten: Einzelne Spots vor Beginn eines Inhalts, bei längeren Programmen auch zwischendrin. Auf jeden Fall basierend auf den Zuschauergewohnheiten personalisiert und je nach Kostenaufwand des Werbenden entweder nach einer bestimmten Zeit wegklickbar oder durchlaufend.

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Ein bemerkenswerter technischer Slowdown

„Größer, schlanker, hochauflösender“. Diese Wünsche scheinen für die Fernseh-Käufermasse vollständig befriedigt. Ein Branchenproblem, denn es macht Weiterentwicklung unrentabel.



Wenn überhaupt etwas sämtliche Bereiche der Computertechnik seit den Anfängen eines Herrn Zuse eint, dann ein Motto:

Es gibt keine Limits, nur zu überwindende Forschungshürden

Egal ob es Prozessorleistungen sind, Speicher-Volumina oder Bildschirmauflösungen. In allen digitalen Bereichen wurde grundsätzlich so schnell weiterentwickelt, wie es möglich ist. Gerade beim Fernsehen, konkret der Auflösung und den damit verbundenen Techniken, wird sich dieses Perpetuum Mobile in den kommenden Jahren jedoch deutlich verlangsamen. Nicht, weil sich neue Technikhürden auftäten, sondern, weil wir erstmals an einen Punkt gelangen, an dem die Weiterentwicklung sich ob ihres Tempos selbst ein Bein stellt.

Als sich etwa die DVD aufmachte, binnen weniger Jahre die altersschwach gewordenen VHS Kassetten abzulösen, war dies ein sinnvoller Schritt, der von Millionen Menschen mitgetragen wurde. Doch wo es das VHS System immerhin auf rund 20 bis 25 Jahre umfangreiche Verbreitung brachte, bis es Anfang des Jahrtausends von der DVD Technik in Rente geschickt wurde, stand mit der Blu-ray Disc bereits ab ca. 2010 ein Nachfolger bereit, der zum Upgraden aufforderte, dementsprechend blieben der DVD gerade mal zehn marktbeherrschende Jahre.

Doch auch das trugen noch viele mit, updateten ihre recht jungen DVD-Sammlungen auf Blu-rays, denn immerhin stand dahinter eine sinnvolle Verbesserung auf HD-Auflösung.
Und heute? Inzwischen hat Samsung die Produktion von Blu-ray-Playern eingestellt. Die als Nachfolger angedachte 4k UHD-Blu-ray dümpelt bestenfalls vor sich hin. Ein Grund dafür sind sicherlich die aufstrebenden Streaminganbieter. Ein anderer, jedoch gewichtigerer ist dieser:

Das technisch Machbare stellt für den Konsumenten kein erstrebenswertes Upgrade mehr dar, welches den erhöhten Preis/Umstiegsaufwand rechtfertigt.

Weitere Beispiele gefällig?
• Das als „next big Thing“ lancierte 3D-Fernsehen kam nie richtig aus den Startlöchern und starb einen stillen Tod.
• 4k Fernseher verkaufen sich zwar, aber längst nicht so gut, wie es sich die Hersteller wünschen – es gibt schlicht nicht genügend Anbieter passender Medien, was mit der geringen Nachfrage zu erklären ist.
• 8k Fernseher, von denen derzeit einige wenige Modelle existieren, werden von Testern einhellig als „beeindruckend, aber nutzlos“ beschrieben, weil es hierfür noch weniger Medien gibt.

Ein einziger Dienst, Rakuten TV, plant, 8k bis Ende 2019 herauszubringen. Bei der großen Majorität der etablierten Anbieter hingegen wird selbst 4k nur für ausgewählte Medien angeboten, HD gilt nach wie vor als Standard – und scheint den meisten Konsumenten auch vollends zu genügen.

Was die (Weiter-)Entwicklung digitaler Technik anbelangt, haben wir es hier zum ersten Mal mit einem echten Paradoxon zu tun. Denn nicht mehr ist die Machbarkeit der bestimmende Taktgeber für die Entwicklungsgeschwindigkeit, sondern das, was die Kunden tatsächlich möchten.

Es wurden größere Flashspeicher entwickelt, die Kunden griffen begeistert zu. Es wurden schnellere Prozessoren entwickelt, die Kunden griffen begeistert zu.
Beim Fernsehen der Zukunft wird dieses Prinzip in viel schwächerem Maß gelten. Das, was entwickelt oder besser gesagt zur Marktreife gebracht wird, wird sich ausschließlich daran orientieren, ob es der Kunden-Masse als sinnvoll und notwendig erscheint.

Damit wird die mittelfristige Zukunft des Fernsehens sicher nicht aus 16- oder 32k Medien bestehen. In zehn Jahren dürfte 4k der Standard sein – und ob dann genügend Marktdruck für weitere Upgrades besteht, ist zumindest zweifelhaft.

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