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09.06.2017
von Jan-Dirk
in IT-Talents

Was macht eigentlich ein ERP-Berater?

Über das wichtige Feld des Enterprise-Resource-Planning

Viele Unternehmen haben sich in den letzten Jahren darauf konzentriert mithilfe der Informationstechnologie ihre Geschäftsprozesse zu überwachen und zu steuern. Um mit den Veränderungen der Geschäftsprozesse und der Technologie Schritt zu halten wurden sogenannte Enterprise-Resource-Planning-Systeme, kurz ERP-Systeme installiert. Mithilfe der in den meisten Fällen von SAP, Microsoft oder anderen großen Herstellern entwickelten Software, versuchen sich Firmen durch die effektive Planung und Steuerung ihrer Unternehmensressourcen Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.

Lesezeit: ca. 4 Min.

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Was genau ist ERP?

Finanzen, Human Resources Management (HR), Fertigung, Supply Chain (Steuerung der Lieferkette), Beschaffung und Kundendienst sind die Kernprozesse, die für das erfolgreiche Arbeiten eines Unternehmens notwendig sind. ERP integriert diese grundlegenden Prozesse zu einem einzigen System. Deshalb sind ERP-Systeme alles andere als einfach aufgebaut. Sie bieten Sichtbarkeit, Analyse und Effizienz für jeden Aspekt und Zeitraum innerhalb eines Unternehmens. Ausgestattet mit neuesten Technologien erleichtern ERP-Systeme den ständigen Fluss von Informationen aus allen Abteilungen. Auf diese Weise können Unternehmen ihre Performance überwachen und datengestützte Entscheidungen in Echtzeit treffen.
Ein ERP-System besteht in der Regel aus mehreren Resource-Anwendungen die miteinander kommunizieren und sich eine gemeinsame Datenbank teilen. Das System beseitigt die Abschottung einzelner Abteilungen und dient als Quelle für grundlegende Entscheidungen. Ein ERP-System kann außerdem Prozesse automatisieren und dafür sorgen, dass Vorgaben eingehalten und Risiken erkannt sowie reduziert werden.
Moderne ERP-Systeme sind entweder cloud-gestützt, laufen auf unternehmens-eigenen Servern oder sind eine Mischung aus beidem (Hybrid-Systeme).

Die Aufgaben eines ERP-Beraters

Die Analyse von Geschäftsprozessen und die Entwicklung geeigneter Systementwürfe gehören zu den Aufgaben eines ERP-Beraters, ebenso wie die Einführung oder Erweiterung eines Enterprise Resource Planning Systems in einem Unternehmen. Meistens ist der Berater damit beschäftigt, die Geschäftsabläufe eines Unternehmens zu überprüfen und auf die Tauglichkeit für den Einsatz in einem ERP-System zu optimieren. Dazu steht der ERP-Berater in direktem Kontakt mit der Unternehmensleitung, den einzelnen Abteilungen und involvierten Kunden. Je nach Größe des Unternehmens werden IT-Fachkräfte mit in den Prozess eingebunden. Nach der Analyse entwickelt der Experte ein ERP-System, das den individuellen Anforderungen des Unternehmens oder des Auftraggebers gerecht wird und unter den gegebenen Voraussetzungen realisierbar ist. Zu den Aufgaben gehört oft auch die Beratung eines Kunden hinsichtlich der Auswahl der geeigneten ERP-Software. Der ERP-Berater begleitet außerdem die Einführung der Software, absolviert erste Testläufe und überprüft die Funktionalität des gesamten Systems. Der Experte kümmert sich außerdem um die Schulung der Mitarbeiter und macht die verschiedenen Abteilungen mit der Nutzung des Systems vertraut.

Welche Skills braucht ein ERP-Berater?

Aufgrund der vielen Aufgabenbereiche muss ein ERP-Berater mit seinen Fähigkeiten und seinem Know-how breit aufgestellt sein. In der Regel verfügt der Berater über ein betriebswirtschaftliches Studium mit einem Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik. Neben Erfahrungen im Projektmanagement besitzt er fundierte Prozesskenntnisse und kennt die wichtigsten ERP Systeme und ihre Schnittstellen. Auch im Bereich Datenbanken wie zum Beispiel MySQL oder Microsoft Access bringt er ein solides Wissen mit. Wichtig sind außerdem Teamfähigkeit und die Bereitschaft mit den Mitarbeitern andere Abteilungen oder Firmen zusammen zu arbeiten. Ein ERP-Consultant arbeitet weitgehend eigenverantwortlich und besitzt eine hohe Sozialkompetenz sowie eine beträchtliche Kunden- und Serviceorientierung. Deutsch und Business-Englisch beherrscht er fließend in Wort und Schrift. Hilfreich ist außerdem ein ausgeprägtes Know-how aus den jeweiligen bestimmten Branchen.

Wie wird man ERP-Berater?

Für den Berufseinstieg als ERP-Berater gibt es keinen klassischen Ausbildungsberuf oder Studiengang. Gute Chancen haben Absolventen der Studiengänge Informatik, Wirtschaftsinformatik oder Informationstechnik. Zur Erlangung der notwendigen Qualifikation werden zahlreiche Weiterbildungsmaßnahmen angeboten.
Im Bereich der Aus- und Weiterbildung bietet eine Ausbildung zum Assistenten für Informatik oder Softwaretechnik gute Chancen für den Berufseinstieg. Neben den technischen und informationstechnischen Grundlagen sollten hier auch betriebswirtschaftliche Themen und das Abbilden von Geschäftsprozessen durch ERP-Systeme im Vordergrund stehen. Außerdem ermöglichen Praktika den Absolventen frühzeitige Einblicke in den Berufsalltag. Wegen der starken internationalen Ausrichtung der Branche sind gute Englischkenntnisse schon während der Ausbildung unverzichtbar.
Alternativ besteht für Absolventen der Studiengänge technische Informatik, Elektrotechnik, Nachrichtentechnik, Kommunikationstechnik oder Anwendungsentwicklung die Möglichkeit zur Spezialisierung zum ERP-Berater.
Als Sonderfall gilt die Spezialisierung zum SAP ERP-Berater. SAP ist eine komplexe Software zur Steuerung der Kernprozesse und wird von vielen Unternehmen eingesetzt. Für die Qualifizierung ist eine gute Kenntnis der SAP-Software erforderlich.

Wo kann ich als ERP-Berater arbeiten?

Mit einer der oben genannten Qualifikationen ist der Berufseinstieg als ERP-Berater in einem Großunternehmen, IT-Unternehmen oder einem Consulting-Unternehmen möglich. Dort erwartet Dich ein anspruchsvolles und vielseitiges Aufgabengebiet. Ob Du lieber ein Projekt im Dialog mit anderen bearbeitest oder selbstständig individuelle Lösungen für Probleme entwickelst entscheiden letztlich Deine persönlichen Vorlieben.

Mit welchem Gehalt kann ich rechnen?

Die Nachfrage nach ERP- und SAP-Beratern ist sehr groß, viele Unternehmen suchen händeringend Personal. Das Gehalt hängt im Wesentlichen vom Alter, von der Unternehmensgröße, der Projektgröße und letztlich dem eigenen Verhandlungsgeschick ab. Außerdem spielen regionale Einflüsse eine Rolle, die Bezahlung ist in ländlichen Regionen schlechter als in Ballungsräumen. Im Durchschnitt kann ein ERP-Berater beim Berufseinstieg mit einem Gehalt von 3000 Euro pro Monat rechnen. Je nach Berufserfahrung steigt das Einkommen auf etwa 4200 Euro pro Monat, Projektleiter verdienen 6000 Euro und mehr.


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