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18.03.2021
von Jesko
in IT-Talents

Was die Strombranche für IT-Talente zu bieten hat

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Ausgesuchte Jobs unter Spannung

Das Gerät, auf dem dieser Artikel geschrieben wurde und gelesen wird; sämtliche Server und Netzknotenpunkte von Honululu bis nach Christchurch; jedes einzelne Unternehmen und bald auch ein Großteil der weltweiten Automobilität.

Was der gemeinsame Nenner all dieser und zahlloser weiterer Felder ist, haben Aufmerksame natürlich längst schon herausgefunden: es ist Strom. Denn schon heute und noch mehr in der absehbaren Zukunft wird Elektrizität diejenige Energie sein, welche die Welt, ihre Bewohner und die Wirtschaft antreibt.

Zwar hat sich an den technisch-physikalischen Grundprinzipien der Stromherstellung und vor allem -verteilung in den vergangenen hundert Jahren fast nichts geändert; wohl aber wurde und wird alles ungleich größer, vielfältiger und gleichzeitig verfeinerter – und mittendrin findet sich immer wieder IT, weil ohne sie ohne jede Übertreibung kein einziges Elektron sich so bewegen würde, wie es für das Erleuchten, Beheizen und Bewegen der modernen Welt nötig ist.

Damit stellt die Strombranche nicht nur ein wunderbar vielfältiges Feld für IT-Talente dar, sondern ist eine Sparte, die wohl die mit Abstand (zukunfts-)sichersten Arbeitsplätze überhaupt bereithalten dürfte – denn wenn überhaupt eines feststeht, dann, dass Strom künftig sicherlich nicht weniger auf IT angewiesen sein wird. Wie sich dies in der beruflichen Praxis darstellen kann, zeigen wird jetzt; wobei allerdings unterstrichen ist, dass die jeweiligen Jobs auch in anderen Segmenten der Stromversorgung benötigt werden.

Übrigens: Die mit Abstand wichtigste Einstellungsvoraussetzung für all diese Jobs ist, dass jedes IT-Talent sich darüber im Klaren sein muss, dass seine Arbeit für das Funktionieren eines ganzen Landes relevant ist – denn wenn Strom ausfällt, haben wir wirklich ein Problem.

1. Spezialisten in Sachen KI für Big Data

Solarpanel
Energiewende bedeutet eine unglaublich multiplizierte Zahl von Stromeinspeisern und Abnehmern. Diese Datenflut kann praktisch nur noch durch KI gebändigt werden. Quelle - stock.adobe.com © 一飞 黄

Eigentlich ist es ganz einfach: Damit ein Stromnetz funktioniert, muss auf der einen Seite jederzeit so viel eingespeist werden, wie auf der anderen Seite abgenommen wird. Und noch bis in die 1990er war das auch in der Praxis ziemlich einfach:

  • Generell wurde weniger Strom verbraucht, vor allem pro Kopf. (Seit 2012 sanken die Verbräuche zwar durch sparsamere Endgeräte, jedoch werden sie, nicht zuletzt durch die Mobilitätswende, in den kommenden Jahren höchstwahrscheinlich deutlich ansteigen).
  • Es gab über den Tag, die Woche und das Jahr verteilt klar vorhersagbare Phasen von großem und kleinem Strombedarf, die sich auch nur ebenso vorhersagbar änderten.
  • Strom wurde nur von wenigen Quellen erzeugt und eingespeist – ein Kraftwerk versorgte eine bestimmte Region voll planbarer Abnehmer.

All das sorgte dafür, dass die Balance von „Stromerzeugung = Stromverbrauch“ spielend leicht und bestenfalls geringem Computereinsatz einzuhalten war.

Mittlerweile jedoch hat sich alles geändert. Vor allem, weil zahllose Einspeiser hinzukamen; beispielsweise zigtausende Hausbesitzer mit Photovoltaikanlagen, und weil erneuerbare Stromerzeugung deutlich stärker von der Witterung abhängt und somit schwieriger zu kontrollieren ist. Auch gehört natürlich hinzu, dass heute ein europaweiter Netzverbund dazugehört, in dem Strom von überall nach überall geleitet werden kann.

Die Folge: Das zum Beherrschen der Balance zu verarbeitende Datenvolumen hat sich in den vergangenen Jahren um ein X-Faches gesteigert. Beherrscht werden kann ein solches Volumen nur noch durch gezielt dafür entwickelte Tools, die sich auf KI stützen und darauf basierend Prognosen erstellen, wann wie viel erzeugt und verbraucht wird.

Solche Tools benötigen Talente, die sich sowohl mit riesigen Datenmengen befassen möchten wie einer KI, die sie zu bändigen vermag. Und es gibt wohl nur wenige andere Jobs, in denen die künstliche Intelligenz so wenig komfortorientiert, sondern wirklich lebensnotwendig ist.

2. Digitale Ressourcen für die Versorgungssicherheit

IT-Programmierer am Pc
Die Absicherung der europaweiten Stromversorgung ist ein Kraftakt, denn ihre Bedeutung ist gigantisch und die Angreifer gehören zu den fähigsten Köpfen ihres Schaffens. Quelle - stock.adobe.com © Gorodenkoff

Wenn ein Leser dieser Zeilen noch nie etwas von dem Örtchen Brauweiler gehört hat, dann ist das ebenso wenig tragisch, wie wenn er nicht weiß, was sich hinter der Abkürzung KRITIS verbirgt. Beides ist allerdings im Höchstmaß bedeutsam für die Berufsbeschreibung dieses Kapitels und wird deshalb zunächst erläutert:

  • Brauweiler ist ein Stadtteil von Pulheim, das wiederum direkt am Westrand Kölns liegt. Hier findet sich eines der wichtigsten Umspann- und Schaltwerke Deutschlands und mit der „Systemführung Netze“ die bedeutsamste Überwachungs- und Schaltungsstation für Deutschlands und somit das europäische Hochspannungsnetz. Ein für die Versorgungssicherheit äußerst wichtiger Ort – vorsichtig formuliert.
  • Hinter dem Kürzel KRITIS verbergen sich „Kritische Infrastrukturen“. Also solche, die für das Funktionieren eines Landes oder noch größerer Areale von zentraler Bedeutung sind. Strom gehört dazu, dazu auch andere Energieversorgungen sowie Telekommunikation und noch vieles mehr.

Ganz nüchtern formuliert: Es gibt eine Menge Akteure in deren Interesse es liegt, solche KRITIS-Anlagen wie Brauweiler digital zu attackieren. Denn von Terror bis zu Erpressung böte ein solches Eindringen zahllose Möglichkeiten.

IT-Sicherheitsexperten gibt es viele. Doch es gibt nur wenige Jobs, in denen ihr Handeln so wichtig für alle von uns ist wie an solchen Schaltstellen. Das heißt, wer es hierhin schafft, ist nicht nur ein IT-Talent unter vielen, sondern gehört gleichzeitig zu einer Elite und zur letzten Linie der Verteidigung unserer Versorgungssicherheit – denn wenn Hacker es bis hierhin geschafft haben, sind sie so gut, dass sie sämtliche anderen Sicherheitshürden und -behörden schon überwunden haben.

Ja, das bedeutet eine große Verantwortung. Aber allabendlich zu sehen, dass die Lichter in den Straßen wegen dieser immerwährenden Arbeit immer noch leuchten, bereitet auch eine tiefe Zufriedenheit.

3. Anwendungsentwickler für große Maschinen

Kraftwerke laufen längst vollautomatisiert. Das bedeutet aber auch, dass die dahinterstehende Software nicht nur enorm ausfallsicher sein muss, sondern auch sehr spezifisch programmiert. Quelle - stock.adobe.com © agnormark

Stellen wir uns kurz ein typisches Gaskraftwerk vor. Was genau passiert darin? Auf einer Ebene der physikalischen Prozesse kaum mehr, als bei einer kleinen Modelldampfmaschine, die mancher Leser vielleicht in seiner Kindheit besaß:

  • Gas wird verbrannt,
  • die Hitze bringt Wasser zum Kochen,
  • der dabei entstehende Dampf bringt eine Turbine zum Rotieren,
  • dies versetzt wiederum einen Generator in Rotation, es entsteht elektrischer Strom.

So weit, so simpel. Allerdings endet hier auch die Vergleichbarkeit mit der Spielzeugdampfmaschine. Denn in modernen Kraftwerken läuft alles nur noch auf digitalem Weg ab. Sei es die Steuerung der Brennstoffmenge oder die Stellung der Einlassventile der Turbine.

Immer geht es darum, mit minimalem Energieeinsatz einen maximalen Energie-Output zu erzielen. Damit kommen hier wiederum Anwendungsentwickler ins Spiel. Allerdings nicht irgendwelche, sondern abermals echte Spezialisten – was in Kraftwerken an Software benötigt wird, hat nur wenige Schnittmengen in andere Branchen, muss also häufig ganz gezielt und oftmals für jedes Kraftwerk neu geschrieben werden.

Auch hier ist für die nächsten Jahre noch viel Entwicklung zu erwarten, auch jenseits von klassischen Dampfkraftwerken. Auch ein Grund dafür ist, dass erst jüngst herauskam, dass es hier wohl einige gravierende Sicherheitslücken gibt, die natürlich geschlossen werden müssen und bei den nächsten Entwicklungen nicht mehr auftauchen dürfen.

4. Tipp für Spezialisten: Studiengang Energieinformatik

Kurs für Energieinformatiker
Energieinformatiker sind ein besonderer IT-Menschenschlag. Sie lernen in ihrem Studium die wohl am gezieltesten auf die Bedürfnisse der Strombranche zugeschnittenen Fähigkeiten. Quelle - stock.adobe.com © Robert Kneschke

KI-Entwickler, IT-Sicherheitsspezialisten, Anwendungsentwickler. Das ist es, was die Strombranche zu bieten hat – in jeweils unzähligen Ausprägungen, die über die hier genannten Beispiele weit hinausgehen.

Wer sich allerdings schon vom Beginn seines Studiums an ganz und gar der IT mit einem Schwerpunkt auf Stromerzeugung und -netze verschreiben möchte, der sollte sich mit dem Studiengang „Energieinformatik“ genauer befassen.

Angeboten wird er aktuell nur von der Hochschule Ruhr West als Bachelor-Studiengang, wenngleich die Fachhochschule Aachen einen ähnlich gelagerten Master namens „Energiewirtschaft und Informatik“ offeriert.

Wer sich in diese Fächer orientiert, kann davon ausgehen, mit seinem Abschluss zu den gefragtesten Spezialisten bzw. sogar Köpfen der Energiewende zu gehören. Denn die Inhalte sind genau auf die Bedürfnisse der Industrie zugeschnitten:

  • Übertragungsnetze;
  • Erneuerbare Energien;
  • Leittechnik;
  • Netzwerksicherheit.

Also praktisch ein Rundum-Studium für alles, was den Strom heute und morgen in richtiger Menge an die richtigen Stellen leitet und somit die vielleicht beste Position für eine IT-Talent, das einen besonders „spannenden“ Job sucht.

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