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29.11.2018
von Jan-Dirk
in IT-Talents

Was ist ein Computervirus?

Die Digitalisierung von Gesellschaft und Wirtschaft schreitet in großen Schritten voran. Neben vielen Vorteilen werden negative Folgen sichtbar. Der Computervirus Stuxnet sorgte 2010 für Aufregung. Plötzlich wurden große Fernsehsender und Medienkonzerne auf das Thema aufmerksam, das zuvor nur wenige Menschen interessiert hatte. Der Virus war in der Lage gewesen, ganze Industriezweige lahmzulegen. Stuxnet blieb kein Einzelfall. Jüngst wurde berichtet, dass ein ganzes Krankenhaus durch einen Computervirus lahmgelegt wurde. Aber was ist ein Computervirus überhaupt?

Lesezeit: ca. 4 Min.

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Was ist ein Computervirus?

Als Computervirus werden Programme oder Programmteile bezeichnet, die sich in andere Anwendungsprogramme, Spiele oder in die Systemsoftware eines Computers einnisten. Wenn das Programm mit dem Virus ausgeführt wird, kann der Virus Veränderungen am Betriebssystem, im Programm und an den Dateien vornehmen. Im schlimmsten Falle können der Computer komplett lahmgelegt und Daten vernichtet und/oder gestohlen werden. Da große Schäden angerichtet werden können, werden Computerviren zu den Schadprogrammen gezählt.

Wie Krankheitsviren den Menschen befallen und seine Gesundheit beeinträchtigen, befallen Computerviren den Rechner. Tatsächlich gibt es noch eine weitere Analogie. Krankheitsviren können sich durch Ansteckung verbreiten. Das ist in ähnlicher Weise bei Computerviren der Fall. Durch infizierte E-Mail-Anhänge oder Downloads kann sich das Virus ausbreiten und ganze Netzwerke von Computern befallen. Da heute die meisten Computer mit dem Internet verbunden sind, ist eine "Ansteckungsgefahr" immer gegeben. Wie bei den menschlichen Krankheitsviren gibt es bei Computerviren eine Analogie zum Impfschutz. Mit Antivirenprogrammen kann eine Infizierung verhindert werden.

Wie funktioniert ein Computervirus?

Hinter jedem Computervirus steht ein Programm, das durch das Computernetzwerk, das Internet, einen E-Mail-Anhang, einen USB-Stick oder auf anderen Wege auf den Rechner gelangt. Dort wird die Schadsoftware in den Programmcode eines bestehenden Programms integriert, oder tarnt sich zumindest in der Regel als harmloses Programm. Solange der Virus nur gespeichert wird, besteht keine Gefahr. Aus sich selbst heraus kann der Virus nicht aktiv werden. Erst in dem Moment, in dem das befallene Programm oder das Virus aufgerufen bzw. ausgeführt wird, wird auch der Schadcode ausgeführt. Fortan arbeitet der Virus selbstständig und unkontrolliert. Er kann betriebswichtige Funktionen ausschalten. Im Extremfall wird sogar die Hardware zerstört, wenn beispielsweise die Steuerung der Lüftung manipuliert wird und der Computer überhitzt. Ebenso können Daten verändert oder gelöscht und gestohlen werden. Eine beliebte Technik ist die Weitergabe von sensiblen Daten durch das Internet. Kriminelle können auf diese Weise an Kontodaten, Kennwörter und Geheimzahlen gelangen. In diesen Fällen werden diese speziellen Viren auch als Trojaner bezeichnet.

Wie kommt ein Computervirus auf den PC oder das Handy?

Es gibt viele Möglichkeiten, wie der Schadcode auf den Computer oder das Mobiltelefon gelangen kann. Sehr oft werden Computer durch E-Mail-Anhänge infiziert. Mobiltelefone können sogar über SMS- bzw. EMS-Nachrichten befallen werden. Moderne Smartphones können durch den Download einer App infiziert werden. Die Gefahr beim Download von Apps aus unseriösen Quellen ist hier wesentlich höher, als in den Appstores der Hersteller, aber auch ein Appstore bietet keinen 100%igen Schutz. In vielen Fällen verbirgt sich der Virus in lustigen Bildern und Filmen, die in den sozialen Netzwerken in großer Zahl verbreitet und geteilt werden. Aber Achtung: Auch ohne Internetzugang ist der Befall mit einem Virus nicht ausgeschlossen. Der Computervirus kann beispielsweise über einen USB-Stick weitergegeben werden. Theoretisch - und vermutlich eher im Bereich von Geheimdienstaktionen oder wissenschaftlichen Untersuchungen relevant - ist auch eine Infektion ohne jeglichen Kontakt zu einem System über ein Air-Gap möglich. Diese Gefahr hat der Privatnutzer in der Regel jedoch nicht.

Wie kann ich mich schützen?

Grundsätzlich gilt: Solange die Schadsoftware nur gespeichert wird, besteht keine Gefahr. Erst wenn die Schadprogramme aufgerufen werden, wird der Virus zum Leben erweckt. Daher sollte jede Datei, die auf den Computer gelangt, genau betrachtet werden. Das gilt ebenso für Dateien, die per USB-Stick auf den Rechner gespielt werden, wie für Dateien, die per E-Mail-Anhang eintreffen oder im Internet heruntergeladen wurden. Verdächtige Anhänge von unbekannten Absendern sollten ungelesen gelöscht werden. Beim Download aus dem Internet sollte die Seriosität der Quelle überprüft werden.

In regelmäßigen Abständen ist die Kontrolle mit einem Anti-Virus-Programm sinnvoll. Dieses Sicherheitsprogramm überprüft alle Dateien auf der Festplatte und externen Speichermedien nach Viren und Schadprogrammen. Im Internet hilft die Installation einer sog. Firewall, die eingehende (und ausgehende) Verbindungen untersucht und auffälllige Verbindungen erkennt und blockiert.

Wie kann ich einen Computervirus entfernen?

Ist es trotz aller Vorsicht passiert, dass ein Virus auf den Computer gelangt ist, dann ist vorsichtiges, bedachtes Handeln gefragt. Zunächst muss der Computer vom Netzwerk getrennt werden, damit sich der Virus nicht weiter ausbreitet und keine Daten weitergegeben werden können. Zugleich sollte der Rechner nicht mehr als notwendig genutzt werden, bis der Virus entfernt ist. Experten raten allerdings davon ab, die infizierten Daten händisch zu löschen. Es wird der Einsatz einer Sicherheitssoftware empfohlen. Im Gegensatz zum manuellen Löschen der Schadsoftware stellen die Sicherheitsprogramme sicher, dass der gesamte Schadcode entfernt wird.
Um sich sicher zu sein, dass keine Schadsoftware mehr auf dem System ist, sollte im Anschluss an eine Infektion das System neu aufgesetzt und ein Backup eingespielt werden.

Computerviren: Die Plage der Gegenwart

Computerviren sind aus einer Welt der zunehmenden Digitalisierung nicht wegzudenken. Doch das ist kein Grund zum Verzweifeln. Mit vorsichtigem Handeln und der richtigen Sicherheitssoftware kann es gelingen, die Viren in den Griff zu bekommen und den Schaden zu begrenzen. Jeder User sollte sich seiner Verantwortung bewusst sein.


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